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Freischießen

Vom 04. bis 07. Juli fand das diesjährige Freischießen statt. Jedoch nicht wie gewöhnlich in der Mindener Innenstadt, sondern auf dem Simeonsplatz. Aufgrund von Bauarbeiten blieb...

dem Bürgerbataillon keine andere Wahl als das Event zu verlegen.

Auf Kanzlers Weide wurde dieses Jahr nach 30 Jahren das erste Mal wieder der Beginn des Parademarschs vollzogen. Nach dem Antreten auf Kanzlers Weide erfolgte der 3,5 Kilometer lange Parademarsch über die Weserbrücke durch die Mindener Innenstadt. Die Marschwege führten durch die Bäckerstraße, über den Scharn und den Markt bis in die Obermarktstraße. Anschließend ging es durch die Altstadt über die Ritterstraße, Kampstraße, Königswall, Schwichowwall und schlussendlich auf den Simeonsplatz. Die Veranstaltung endete am Sonntag mit dem traditionellen Zapfenstreich vor dem Preußenmuseum. 

Das Mindener Freischießen hat schon eine lange und erstaunliche Geschichte hinter sich.

Am 28. Juli 1682 fand das erste Freischießen auf der Simeonsmarsch statt, was wahrscheinlich der heutige Simeonsplatz ist. 1706 fand das Spektakel auf dem Schweinbruch statt, der heutige Sportplatz gegenüber des Weserstadions. Schon damals hatte Minden 16.000 Einwohner und bereits 1.500 Menschen beteiligten sich am Freischießen. 

Über die Jahre gab es immer und immer wieder Veränderungen, aber die Tradition und das Gerüst des Festes hatten Bestand. Während der Weltkriege und in den Jahren 1711 bis 1729 

fand das Freischießen aufgrund von Verschuldungen nicht statt. 

Das erste Nachkriegs-Freischießen fand auf Kanzerls Weide statt, die nach dem brandenburgisch-preußischen Kanzler Wilhelm-Heinrich Danckelmann benannt ist. 

Für viele Mitglieder des Bürgerbataillons sowie für die Besucher hat das sogenannte Königsschießen oberste Priorität. Nicht jeder vermeintlich gute Schütze, hat auch das Zeug zum König. Jeder, der antritt hat nur einen einzigen Versuch und das ohne Probeschuss. Somit steht fest, dass auch eine ordentliche Portion Glück dazugehört, den Ehrentitel zu bekommen. Um König zu werden, muss der schwarze Zehnerkreis getroffen werden, der aber nur 10,4 Millimeter misst. 

Aber nicht nur für Spaß und Freude ist das traditionelle Freischießen bekannt: Die Sammlung beim Herrenabend brachte eine Spende von fast 4.000 Euro für das Alten- und Pflegeheim St. Michaelshaus am Dom, worüber sich die 70 Bewohner des Heimes besonders freuten.

Auch für die kleineren Gäste ist das Freischießen ein Highlight. Mit Lasergewehren konnten die Kids ihre Schusskünste testen und es wurde auch ein Kinderkönig gekürt.

Rundum war das Freischießen also auch in diesem Jahr ein voller Erfolg und alle Mindener freuen sich auf das nächste Freischießen und das Fortführen dieser langjährigen Tradition.